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„Das größte Glück und das größte Unglück ist, wunschlos zu sein.“

„Cea mai mare fericire si cea mai mare nenorocire este să nu mai ai nicio dorinţă.“

Carmen Sylva. Regina Elisabeta a României (1843-1916)

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Kaum hatte er sich von dem schweren Schlage erholt, da passierte etwas ganz Neues, Fürchterliches. Man hatte ihn auf dem Boden gefunden und an den Wandleuchter gehängt. Als nun die Sonne hereinkam, sah er an der Wand etwas, das er noch nie gesehen: Seinen eigenen Schatten!

Zuerst dachte er, es sei jemand, der ihn necken wolle. Als der sich aber immer nicht rührte, begann Hampelmann mit dem Arm zu drohen. Der Andre tat es auch. Er hob das Bein zu einem Fußtritt, der Andre tat dasselbe.

Er sprang in die Luft, um sich auf ihn zu stürzen, – genau so machte es der Andre auch. Und der Andre glich ihm so sehr an Gestalt, nur so wesenlos, so ungreifbar. Da wurde Hampelmann von großer Furcht befallen. Es ging ihm wie den meisten Leuten. Er fürchtete sich vor dem Unbekannten…

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Auszug aus: Monsieur Hampelmann.

Ein Märchen von Carmen Sylva, illustriert von André Lecomte du Nouÿ

Neuausgabe in der Schriftenreihe der Forschungsstelle Carmen Sylva:

www.carmensylva-fwa.de/publ/fscsfwa05.html

Als Hampelmann geboren werden sollte, da war ein ganz sonderbarliches Krachen im Holze, auf dem der Mann seine Gestalt aufzeichnete. Das Werkzeug flog ihm in die Hand, und alles ging so nett, so glatt, so geschwind, dass der Mann bald merkte, ein ganz besonderer Hampelmann würde aus seinen Händen geboren werden.

Der aber verzog den Mund und war gar nicht zufrieden.

„Ich bin ja ganz flach“, sagte er verdrießlich.

„Schlau! Hast du denn nicht zwei Seiten, zwei Gesichter, zwei paar Augen, um die Welt zu sehen, ist dir das nicht genug?“

„Und ich habe auch gar kein Herz, nicht einmal Raum für eines!“

„Noch dümmer! Statt dem unnützen Herzen von dem du doch nur Last hättest, bekommst du Bindfaden, der deine Glieder regiert, das ist viel einfacher und sicherer!“

„Bindfaden wäre mir schon recht, wenn nicht andre dran ziehen müssten.”

„Weisst du denn nicht, mein Sohn, dass das Herz auch nur ein Bindfaden ist, an dem andere Leute ziehen?”

Hampelmann machte sehr erstaunte Augen, denn er dachte, die Menschen taten alles, was sie wollten.

„Und hast du nicht eine Maske, mein Sohn?“

„Wozu denn?“

„Um zu verbergen, was du denkst!“

 

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Auszug aus: Monsieur Hampelmann.

Ein Märchen von Carmen Sylva, illustriert von André Lecomte du Nouÿ.

Neuausgabe in der Schriftenreihe der Forschungsstelle Carmen Sylva:

www.carmensylva-fwa.de/publ/fscsfwa05.html

 

„Stets war es uns eine außerordentliche Freude gewesen, wenn wir seine Sammlungen mit ihm betrachten durften, wenn er uns erlaubte, den Tomahak und den Bumerang in die Hand zu nehmen und die Paradiesvögel anzustaunen. Kamen neue Stücke an, so war er stets in unbeschreiblicher Aufregung, froh wie ein Kind vor Weihnachten.

Niemand weiß, welche Opfer er in der Stille brachte, ohne ein Wort der Klage. Er hatte, wie alle nachgeborenen Prinzen, nur eine kleine Apanage, von der ihm sein lebelang Abzüge gemacht wurden, um die Reisekosten zu bezahlen, die mein Großvater6 für ihn ausgelegt. Nie sagte er, wie gern er wieder reisen möchte, und wenn andere davon sprachen, so schwieg er. Wir haben nicht darüber nachgedacht, wie gelassen er die Armut und das Gebundensein hinnahm, und wie er sein kindliches Gemüt bewahrt hatte, denn wir fanden es ganz natürlich, dass die Nachgeborenen sich dem Hause opferten und das Vermögen nicht in Gefahr bringen durften.

Mir kommt es jetzt manchmal unglaublich vor, dass die Familie die Ehre hatte, einen solchen Gelehrten zu besitzen, und dass sie keine weiteren Opfer für ihn bringen wollte! Aber das Jahr achtundvierzig hatte schwere materielle Verluste gebracht und das Vermögen erheblich vermindert, dass es kaum möglich war, weite Reisen auszurüsten.“

 

Carmen Sylva (Elisabeth zu Wied, Königin von Rumänien, 1843-1916): Mein Großonkel Maximilian

 

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Ausschnitt aus dem Buch:

Heimweh ist Jugendweh. Kindheits- und Jugenderinnerungen der Elisabeth zu Wied (Carmen Sylva)“

Herausgegeben, kommentiert und eingeleitet von Silvia lrina Zimmermann und Bernd Willscheid. Mit einem Vorwort I.D. Isabelle Fürstin zu Wied.

[Schriftenreihe der Forschungsstelle Carmen Sylva – Fürstlich Wiedisches Archiv, Band 4], 335 S., Stuttgart: ibidem-Verlag, 2016, ISBN: 978-3-8382-0814-5.

 

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„Şi a doua zi, piatra fundamentală era pusă. Muzica militară cântă marşuri, ecourile răspunseră din fundul pădurilor; preoţii ziseră rugăciuni, stropind pietrele cu apă sfinţită, pentru ca de aci încolo să nu le mai vatăme duhurile necurate.
Erau acolo şi ofiţeri şi ţărani şi boieri şi haine scumpe; iar noi ne îmbrăcaserăm în costumul ţării, cu văl lung, cu cămaşa brodată.
Ca să mă înveselească, mi‑au dat un buchet frumos; dar eu rămăsei în picioare, ascunzându‑mi faţa‑n flori, ca să nu mi se vadă lacrimile.
— Nu‑mi trebuie un castel gol, un castel fără copii, zisei buchetului meu.
Şi deodată mi se păru că aud un freamăt uşor, un murmur de-abia auzit, dar pe care‑l înţelesei, cu tot zgomotul corurilor şi al fanfarelor.
— Linişteşte‑te, nu mai plânge aşa, zicea el; ai putea să faci pe mulţi fericiţi în casa ta nouă…”

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Fragment din Robia Peleşului , o poveste autobiografică a Reginei Elisabeta a României, publicată în volumul-album:

Carmen Sylva (Regina Elisabeta a României): „Poveştile Peleşului” (Bucureşti: editura Corint, 2016). Ediţie îngrijită şi postfaţă de Silvia Irina Zimmermann cu iIlustraţii din Arhiva Princiară de Wied.