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Du fieberst, Du bist matt von Wunden,
Die Dir das Leben hat geschlagen,
Du kannst die Last nicht mehr ertragen,
Von langer Tage langen Stunden.

Du warst verschmachtend festgebunden,
Nun fühlst die Glieder Du versagen,
Dein müder Mund verlernt das Klagen –
Im Meer der Kunst sollst Du gesunden.

Tauch ein in die gewaltge Flut,
Sie strömt so klar, sie glänzt so heiter,
Dir wächst das Herz, Dir schwillt der Mut.

Tauch ein, erstarke, müder Streiter!
In Deinen Adern neues Blut,
Du bist verjüngt und lebest weiter.

* * *

Carmen Sylva: Meine Ruh‘, Bd. 1: Höhen und Tiefen, (1901).

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„Das Schlimmste, das einer werden wollen kann, ist Dichter! Der stirbt ganz gewiß Hungers. Man muß stets einen Broterwerb haben, und daneben kann man dann im Stillen ein Dichter werden, meist ohne es zu wissen, das muß von selbst kommen! […]

Aber aus dem Dichten einen Broterwerb machen zu wollen, das ist ein unglückseliger Gedanke! Das ist wie Schürfen! Man weiß nie, wie lang und tief die Ader ist und muß oft einen begonnenen Schacht stehen lassen, weil man nichts mehr darin findet. […]

Man hat immer Zeit, neben seinem Beruf zum Broterwerben, noch ein Dichter zu werden, denn wozu einen der Geist treibt, dazu findet man immer Zeit, und da braucht man keine Hochschule, da die Bücher die beste Hochschule sind, und der echte Dichter am besten ganz allein mit sich selbst und der heiligen Natur lernt! […]

Sogar bei jeder Kunst ist soviel Materielles; wieviel Stunden muß der Maler Falten malen oder Dekoratives, der Musiker Partituren abschreiben!

Nur der Dichter hat keine Stunde materieller Arbeit, darum kann er auch unmöglich den ganzen Tag bei seiner Arbeit bleiben. Drei bis vier Stunden ist vollauf genug für die Feder, und warum sollte er nicht den übrigen Tag in andrer Weise dienen dürfen? Denn selbst Abschreiben seiner Sachen ist ein beständiges Korrigieren, also gar keine Handarbeit, sondern immer Gehirnanspannung.”

Carmen Sylva (Königin Elisabeth von Rumänien, geb. Prinzessin zu Wied, 1843-1916).

Aus: „Geflüsterte Worte” (Bd.2, 1906)

Textauswahl: Silvia Irina Zimmermann

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„Was viele an der Kunst erfreut, ist ihre sinnliche Seite.“

„Ceea ce place multora în artă este partea ei senzuală.“

Carmen Sylva

Foto: SIZ 2011.

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Bibliografie:

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Carmen Sylva: Gedanken einer Königin – Les pensées d’une reine.  Gesammelte Aphorismen in deutscher und französischer Sprache und Epigramme der Königin Elisabeth von Rumänien, geb. Prin­zessin zu Wied (1843-1916). Herausgegeben und mit einem Vorwort von Silvia Irina Zimmermann, mit Fotografien aus demFürstlich Wiedischen Archiv (Neuwied), ibidem-Verlag Stuttgart, 2012, 440 Seiten, ISBN 978-3-8382-0385-0.

Carmen Sylva: Gedanken einer Königin.  Ausgewählte Aphorismen der Königin Elisabeth von Rumänien, geb. Prinzessin zu Wied (1843-1916). Herausgegeben und mit einem Nachwort von Silvia Irina Zimmermann, mit Fotografien aus demFürstlich Wiedischen Archiv (Neuwied), ibidem-Verlag Stuttgart, 2012, 186 Seiten, ISBN 978-3-8382-0375-1.

Traducerea în româneşte de Silvia Irina Zimmermann.

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Gedicht Carmen Sylvas zur Stephanien-Büste der Hohenzollern-Prinzessin an der Reitallee im Düsseldorfer Hofgarten, Nähe Schloss Jägerhof (heute Goethe-Museum). Bildhauer: Julius Bayerle.

 

Quelle: Carmen Sylva (geborene Prinzessin zu Wied, Prinzessin von Hohenzollern, Königin von Rumänien, 1843-1916): “Düsseldorf”, in: Carmen Sylva, “Mein Rhein”, illustriert von E. Doeppler, nebst 20 landschftlichen Radierungen, unter Leitung von Hans Meyer ausgeführt von F. Krostewitz und R. Heinrich, 1. und 2. Auflage, Leipzig: Titze,1884.

Foto: © Silvia I. Zimmermann

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Weiterführende neuere Literatur:

Wolfgang Funken: Ars publica Düsseldorf. Geschichte der Kunstwerke und kulturellen Zeichen im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Düsseldorf, dem Düsseldorfer Geschichtsverein, dem Medienzentrum Rheinland/ Landes- und Stadtbildstelle, dem Vermessungsamt der Stadt Düsseldorf. 3 Bände im Schuber, Erscheinen: November/Dezember 2012 im Klartext-Verlag Essen.

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