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Posts Tagged ‘omul’

povestile-pelesuluiNu merse mult și întâlni o femeie bătrână, care târa după sine o sarcină de crăci și
câteva alte sarcini, și era mai moartă de osteneală. Ea se oprea adesea pentru a‑și lua suflet, și se uita cu ochi răi la tânărul cel frumos, care se apropie de dânsa cu semne prietenoase și o rugă cu vorbe bune să‑i dea voie să‑i ajute, căci va purta el sarcina oricât de departe va voi:
— Dar e grea și calea e lungă!
— Atunci trebuie să‑ţi ajut cu atât mai mult, răspunse Emanuil cu dulceaţă. Luă
toate sarcinile în spinare și o luă atât de iute înainte, încât bătrâna de-abia putea să‑l urmeze. Ei au mers astfel până în seară, până ce‑au ajuns la un bordei mic. Emanuil puse acolo sarcinile la pământ, își luă ziua-bună și voi să se ducă, dar femeia cea bătrână se uită la dânsul cu ochi pătrunzători şi‑i zise:
— Şi vrei să te duci de aci fără să‑ţi iei plata cuvenită? Unde ai să rămâi peste
noapte?
Emanuil arătă cu mâna spre pământ.
— De loc de odihnă e bogăţie mare în această lume! răspunse surâzând.
— Nu, fiule. Altfel ne‑a fost socoteala. Să te odihneşti în bordeiul meu și să iei de
mâncare și de băutură, căci am destul pentru doi!
Ea‑l ospătă cu prietenie şi‑l întrebă de unde vine și unde se duce.
— Vin din singurătate, zise Emanuil, și caut o slujbă.
— Şi ce simbrie ceri tu?
— Eu? Niciuna!
Ea‑i făcu patul, și el dormi liniştit toată noaptea. Când se revărsă de ziuă, voi să
se ducă pe tăcute, pentru a nu trezi pe bătrână. Dar ea se sculase de mult şi pregătise pentru dânsul ceva lapte și pâine. Emanuil sta plin de rușine înaintea ei. Ea însă vorbi:
— Ia binele de unde poţi și cum poţi, chiar când ar fi numai un pătrar de oră de
somn. Fără simbrie nu vreau să te duci de la mine. Vei găsi în calea ta destulă nerecunoştinţă. Îţi dăruiesc deci darul, ca tot binele ce‑l faci altuia să ţi‑l faci ţie însuţi, ori îţi vor mulţumi ceilalţi, ori nu, aceasta totuna să fie. Iar și răul, care‑l vei face celorlalţi, să fie făcut ca și cum ţi l‑ai face ție însuţi, se vor mânia ceilalţi în contra ta, ori nu. Gândeşte‑te la astea, fiule!
Emanuil se gândi la acest dar şi‑l găsi extraordinar. Nu ştia dacă trebuia să se bucure de dânsul, dar mulţumi bătrânei și se porni pe drum, înainte.

***

Fragment din povestea “Omul” din “Poveştile Peleşului” de Carmen Sylva.

Carmen Sylva (Regina Elisabeta a României): Poveştile Peleşului.

Ediţie îngrijită şi postfaţă de Silvia Irina Zimmermann. Ilustraţii din Arhiva Princiară de Wied, Bucureşti: editura Corint, colecţia: Istorie cu blazon [colecţie iniţiată şi coordonată de Filip-Lucian Iorga], 2016, 244 p. ISBN: 978-606-793-022-1.

 

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„Man kann nicht für andere Leute Gutes tun“, fuhr der Klausner fort, „das war ein Irrtum, mein Sohn.“

„Den ich hart gebüßt habe!“, sagte der Jüngling mit brennenden Wangen und Tränen in den Augen.

„Hier wartet aber auch ein Lohn, den du noch kaum verdient!“, sprach der Klausner und deutete wieder auf Rada, die von einem zum andern mit erstaunten Augen blickte, „und jetzt wollen wir einige Stunden fröhlich sein, bevor du wieder zur Arbeit musst!“

Rada bereitete ein erquickendes Mahl in der äußeren Grotte. Die ganze Höhle war unter ihren zierlichen Fingern verwandelt. Rings hingen die Teppiche, die sie gewoben und gestickt. Sie selbst aber war auf das Sauberste gekleidet und zeigte stolz auf die Bücher, die sie mit dem geliebten Lehrer gelesen.

Da wurde Emanuel von Neuem traurig: „Ich werde täglich unwissender!“, sagte er, „ich habe keine Zeit zu lernen, ich werde deiner unwürdig, Rada!“

„Suche dir eine andere Arbeit“, sprach der Klausner, „und was du verdienst, verwende um zu lernen.“ –

„Und die Armen?“, fragte Emanuel.

„Es gibt noch andere Arten, wohlzutun; es gibt auch geistige Almosen.“

* * *

Auszug aus dem Märchen Omul (Der Mann) aus Carmen Sylvas Pelesch-Märchen (Erstausgabe 1883/ Neuausgabe 2013).

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Neuausgaben der Märchen Carmen Sylvas (Königin Elisabeth von Rumänien, 1843-1916):

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Aus Carmen Sylvas Königreich. Gesammelte Märchen und Geschichten für Kinder und Jugendliche von Carmen Sylva. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Silvia Irina Zimmermann, mit Abbildungen aus dem Fürstlich Wiedischen Archiv Neuwied, 2 Bände (Band 1: Rumänische Märchen und Geschichten, Band 2: Märchen einer Königin), Stuttgart, ibidem-Verlag, 2013.

Carmen Sylva, Pelesch-Märchen. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Silvia Irina Zimmermann, mit Abbildungen aus dem Fürstlich Wiedischen Archiv Neuwied, Stuttgart, ibidem-Verlag, 2013.

In Vorbereitung:

Carmen Sylva, Prinz Waldvogel. Ausgewählte Märchen der Elisabeth zu Wied, erste Königin von Rumänien (1843-1916), herausgegeben und mit einem Nachwort von Silvia Irina Zimmermann, ca. 300 Seiten, Stuttgart: ibidem-Verlag, (erscheint 2015).

 

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pmLAEr war noch nicht weit gewandert, als er einer alten Frau begegnete, die sich an schweren Reisern und noch verschiedenen Bündeln halb zu Tode schleppte und oftmals stehen blieb, um Atem zu schöpfen. Sie sah den schönen Jüngling verdrießlich an, der sich ihr mit freundlichem Gruße näherte und sie höflich bat, ob er ihr die Last abnehmen dürfe, er werde sie tragen, so weit sie wolle.

„Es ist aber schwer und der Weg ist weit!“

„Dann muss ich umso mehr Euch helfen!“, sprach Emanuel freundlich, belud sich mit allen Stücken und schritt so rasch voran, dass die Alte Mühe hatte, ihm zu folgen. Sie wanderten bis in den späten Abend, bis sie an eine kleine Hütte kamen. Dort legte Emanuel seine Last nieder, grüßte und wollte sich entfernen. Da betrachtete ihn das alte Weib aufmerksam und sprach: „Und ohne Lohn willst du von dannen gehen? Wo bleibst du denn die Nacht?“

Emanuel zeigte auf die Erde: „Für Lagerstatt ist reichlich gesorgt in dieser Welt!“, sagte er lächelnd.

„Nein, mein Kind, so war es nicht gemeint. In meiner Hütte sollst du ruhen und Speise und Trank zu dir nehmen, ich habe genug für zwei.“

Sie bewirtete ihn freundlich und fragte ihn, wo er herkäme und wohin er wolle.

„Ich komme aus der Einsamkeit“, sagte Emanuel, „und will dienen.“

„Und welchen Lohn begehrst du?“

„Ich? Keinen!“

Sie bereitete ihm sein Lager und er schlief sanft die ganze Nacht. Als der Tag graute, wollte er sich leise entfernen, um die Alte nicht zu wecken. Sie war aber schon auf und hatte etwas Milch und Brot für ihn bereitet. Er war ganz beschämt. Sie aber sprach: „Nimm nur das Gute, wo du kannst und wäre es nur ein Viertelstündchen Schlaf. Und ohne Lohn will ich dich auch nicht ziehen lassen; du wirst schon genug Undank finden auf deinem Wege. Ich schenke dir die Gabe, dass alles Gute, was du andern tust, dass du es dir selbst getan, ob sie dir danken oder nicht, ganz gleich, aber auch das Schlechte, was du andern zufügst, hast du dir selbst getan, ob sie dir grollen oder nicht. Denke daran, mein Knabe.“

Emanuel fand das Geschenk sehr sonderbar und wusste nicht, ob er sich darüber freuen sollte oder nicht, dankte aber der Alten und schritt von dannen.

***

Auszug aus dem Märchen Omul (Der Mann) aus Carmen Sylvas Pelesch-Märchen.

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Neuausgaben der Märchen Carmen Sylvas:

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Silvia Irina Zimmermann (Hrsg.): Aus Carmen Sylvas Königreich. Gesammelte Märchen und Geschichten für Kinder und Jugendliche von Carmen Sylva, (Studienaugabe) 2 Bände (ca. 800 Seiten), erscheint im ibidem-Verlag Stuttgart, voraussichtlich im Frühling 2013.

Band I: Rumänische Märchen und Geschichten

Band II: Märchen einer Königin

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Carmen Sylva, Pelesch-Märchen. (Leseausgabe) Herausgegeben und mit einem Nachwort von Silvia Irina Zimmermann, mit Abbildungen aus dem Fürstlich Wiedischen Archiv Neuwied, ca. 280 Seiten, erscheint im ibidem-Verlag Stuttgart, voraussichtlich im Frühling 2013.

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“E-asemeni omul pietrei preţioase:
Aruncă unora lumini focoase,
S-arată altora-nnoptat de pete,
Pe alţii-i sfâşie cu muchi tăioase.”

Carmen Sylva (Regina Elisabeta a României)

Traducere de A. Toma, 1895.

Originalul în germană: Der Mensch zeigt andern wie ein Edelstein sich…

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